Seminar an der FernUniversität in Hagen

Im Sommersemester 2021 biete ich an der FernUniversität in Hagen das Seminar Kurz- und langfristige Auswirkungen der COVID-19-Pandemie für die Digitalisierung der Hochschulbildung aus medienpädagogischer Perspektive an.

An eineinhalb Tagen beschäftigen wir uns ausgehend von der Corona-Pandemie mit Fragen zur Geschichte und Zukunft digitaler Hochschulbildung. Konkret geht es um drei Teile: Bestandsaufnahme, Rück- und Ausblick.

Bestandsaufnahme

Wir sind nun im dritten “Corona-Semester” und auf vielfältige Weise wurden Erfahrungen zu den Auswirkungen der Online-Lehre gemacht. Die FernUniversität ist in diesem Zusammenhang eine besondere Hochschule, da medienvermittelte Lehre, die über die traditionellen Medien hinausgeht, ein konstitutives Merkmal ist. Interessant ist hier die Frage, inwieweit auch an der FernUniversität ein “Digitalisierungsschub” wie an den Präsenzhochschulen in Deutschland seit März 2020 spürbar ist.

Die beiden Perspektiven – Fern- und Präsenzhochschulen versuchen wir vergleichend zu betrachten. Auch werden die individuellen Reflexionen mit den Befunden aus empirischen Studien (hierfür nutzen wir dieses Padlet) in Beziehung gesetzt.

Eine weitere Ressource sind die Einblick einer kollaborativen Autoethnographie, die hier als frei zugängliches Buch veröffentlicht ist sowie diese Linkliste mit Quellen zur Situation von Hochschulen in der Pandemie.

Rückblick

Um die im Sommersemester 2020 vollzogene “Zwangsdigitalisierung” an den Hochschulen einordnen und einschätzen zu können, ist ein Blick zurück in die Geschichte des E-Learning notwendig. Seit den späten 1990er Jahren wurde viel Geld in Technologien und Konzepte für digital-angereicherte Lehre investiert, allerdings ohne dass E-Learning wirklich strukturell verankert worden ist. Wie der damalige Diskurs verlief wollen wir im Seminar rekonstruieren und greifen auf Material zurück, wie z.B.:

Neben den technologischen und organisatorischen Entwicklungen soll es auch um politische Fragen gehen. So gab und gibt es zu jeder Medienepoche (Radio, TV, Video, Internet, …) große Erwartungen, wonach Medium / Technologie X die (Hochschul-)Bildung besser, d.h. effizienter, gerechtet, inklusiver, mache. Tatsächlich ist die Bilanz gemessen an den Versprechen ernüchternd.

Wir schauen darum etwas genauer auf die Versprechen der digitalen Bildung und leiten daraus eine analytische Perspektive ab.

Ausblick

Im letzen Drittel des Seminars geht es vor dem Hintergrund der persönlichen Erfahrungen, des Einblicks in empirische Studien und der Bewertung von Versprechen um den Blick in die Zukunft: Wie kann uns soll die Hochschullehre aussehen. Dazu orientieren wir uns an der Methode Zukunftswerkstatt (siehe dazu diesen Beitrag).

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